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Odyssee eines Land Rover Fahrers - oder "unsere Tunesienreise"


23.12.1994 - 8.1.1995 - Südtunesien
Autor: Gerd Frass

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Der Traum eines jeden Menschen sind ferne Länder. Dieser Traum intensivierte sich bei mir, weil ich einen Land Rover Serie 109 III, Plane besitze.

Durch Zufall kam ich zu einem Prospekt von dem Voodoovision-Reiseladen in Ins, wo eine Reise mit eigenem Auto nach Tunesien angeboten wurde. Das Motto der Reise lautete "Neujahr in der Sahara"; in 14 Tagen sollten 3500 km zurückgelegt werden. Meine Frau und ich davon fasziniert, so dass wir uns umgehend mit dem Veranstalter in Verbindung setzten und an einem Informationswochenende teilnahmen. Eine beachtliche Anzahl Interessenten kam zu diesem Voodootreff. Einige kannten wir schon von der Offroadszene, andere aus dem Landrover-Club, und mit dem Rest kamen wir sofort ins Gespräch, träumten wir doch alle denselben Traum.

Jürg Sollberger, Besitzer des Voodoovision-Ferienreiseladens, war Veranstalter dieser Tunesienreise, übrigens seine erste dieser Art. Er begrüsste uns in Begleitung erfahrener Tunesien- und Afrikareisender und besprach mit uns, wie er sich die Reise im grossen und ganzen vorstellte. Er wollte uns nicht während der ganzen Reise begleiten, sonder wir sollten vielmehr auch unsere eigenen Ideen miteinbringen, was dem Verlauf der Reise mehr Action gab.

Wir sahen vor, nicht in einem Konvoi zu fahren, sondern sich in kleine Gruppen zu 2 oder 3 Fahrzeugen zusammenzutun. Dann wurden einige Treffpunkte für die ganze Reise ausgemacht. Zwischen diesen Stationen sollte jede Gruppe die Reiseroute selber bestimmen.

Der Veranstalter nahm alle nötigen Buchungen vor, z.B. Fähre, Hotel für die erste und letzte Nacht in Tunesien, Führer für verschiedene Veranstaltungen im Land, Silvesterparty mit Essen und Getränken. Seine Begleiter belieferten uns mit wichtigen Informationen über das Land und über Verhaltensregeln, die man unbedingt kennen sollte.

Nach einem weiteren Voodoo-Treff und ausführlichen Arbeiten am Landy in meiner Werkstatt war es endlich soweit: Wir fuhren über Zürich, wo wir unserem Landy noch vier neue Reifen spendierten. Wie sich die grobstolligen Reifen in den Dünen bewähren würden, mussten wir natürlich erst testen.

Pünktlich trafen wir uns vor dem Gotthard, wo wir uns nach einem gemeinsamen Abendessen auf den Weg nach Genua machten. Die Fähre "Habib" sollte am 24.12.94 um 17.00 Uhr, und so wollten sich alle Teilnehmer 3 Stunden vorher im Hafen treffen.

Ich traute meinen Augen kaum: Unübersehbar leuchtete meine Ladekontrolle auf und erlosch bis Chiasso nicht mehr. Wir riefen den Touring zur Hilfe, und nach eingehender Prüfung stand fest, dass der Alternator defekt war. Der Mann machte uns keine grossen Hoffnungen, es war Freitagnacht vor Weihnachten, er zeigte uns aber trotzdem den Weg zu einer Rover-Garage. Nachdem uns der Besitzer für den anderen Morgen seine Hilfe zugesichert hatte, übernachteten wir im Auto. Auch der beste Wille nützte nichts, der Chef der Garage fand keine passende Lichtmaschine und konnte uns nur mit einer schnellen Ladung der Batterie helfen.

Unsere Kollegen bestärkten uns darin, nicht umzukehren. Ohne weitere Probleme kamen wir in Genua an, wo uns Max sicher an den Hafen lotste. Es war gigantisch, was da abging und was es zu sehen gab. Menschen, die irgendwo in Europa arbeiteten und über die Festtage nach Haus wollten, Fernreisende wie wir mit Motorrädern, LKWs und Geländefahrzeuge fanden sich ein. Der Geruch des Meeres, das Sprachengewirr... ja, ich glaube, ich weiss jetzt, was Fernweh heisst.

Jürg sammelte die Pässe ein, um die Zollformalitäten zu erledigen. Auch wir selbst mussten noch einige Formulare ausfüllen, wofür uns ja genügend Zeit blieb, schliesslich lief die Fähre erst um 17.00 Uhr aus. Doch erstens kommt es anders, als man zweitens denkt... Als es ans Einschiffen ging, hatten sich einige Tunesier mit ihren vollbepackten Autos nach vorne gedrängt, obwohl sie keinen Platz reserviert hatten. Nach längerem Palaver und dem Einsatz der Polizei konnten wir nach 4-stündiger Verhandlung auslaufen.

Es lagen 900 km Seeweg bis Tunis vor uns. Die 24 Stunden auf der Fähre verbrachten wir mit essen, trinken und Gesprächen an der Bar. Für die Müden war auch gesorgt, man konnte sich in die Vierbett-Kabinen zurückziehen und schlafen.

Die Überfahrt verlief ohne Probleme, keiner wurde seekrank, denn die See war ruhig und das Wetter wie aus dem Bilderbuch. Die Zollabfertigung in Tunis ging zügig voran, so dass wir am Weihnachtstag um 23.30 Uhr nach einem Schlummertrunk im Hotel Amilcar in Sidi Bou Said unsere Zimmer bezogen. Da sich die Ladeleuchte wieder bemerkbar machte, beschlossen wir noch, am anderen Morgen den Alternator auszubauen und so gut wie möglich zu reparieren. Die Feder an der Kohle war zu schwach. Nachdem wir den Fehler behoben hatten, hofften wir auf eine gute Weiterreise.

Die einzelnen Gruppen machten sich auf ihren Weg. Am 27.12. wollten wir uns alle auf dem Campingplatz in Douz treffen. Unsere Gruppe fuhr an riesigen Mandarinenplantagen umzäunt von Kakteen vorbei nach Kaiouran, wo wir die Sehenswürdigkeiten der Stadt kennenlernen wollten. Wir stellten die Autos an der Stadtmauer ab und wurden sofort von jungen Leuten umzingelt, die uns ihre Hilfe als Führer anboten. Wir bezahlten die Parkgebühr, waren jedoch entschlossen, die Stadt selbst zu erkunden. Wir zogen durch enge Gassen, wo Händler ihre Ware feilboten. Oft hörte man aus ihrem Mund eine deutsche Werbung, die sich in dieser Stimmung merkwürdig anhörte. Bunte, prächtige Teppiche reizten viele von uns zum Kauf. Von aussen konnte man vielen Häusern die innere Farbenpracht und die künstlerischen Mosaik- und Holzarbeiten nicht ansehen, welche die Heime gut betuchter Geschäftsleute zierten. Nachdem wir eine Zeitlang durch die engen Gassen gegangen waren, schwirrte uns der Kopf von den vielen Zurufen der Händler, und wir suchten ein Hotel. Wir hatten Glück und fanden das Hotel Amina. Während des Abendessens wurden wir von den Kellnern mit den landesüblichen Speisen verwöhnt, da das Hotel noch nicht bekannt und von Touristen überfüllt war. Am Morgen besprachen wir beim Frühstück die weitere Route.

Wir fuhren von den Touristenorten entfert durchs Landesinnere. Über Gafsa, dann über kilometerlange Schotterpisten nach Bou Abdallah, Kebili gelangten wir nach Douz. Auf der Schotterpiste konnten wir testen, ob auch wirklich alle Schrauben und Schweissnähte hielten. Ich fand in einem kleinen Ort einen Einheimischen, der mir meinen gebrochenen Dachträger einwandfrei schweisste. Nach dieser Tour zwigte auch der Alternator wieder seine Schwächen, und ich beschloss, bis nach Douz auf Kosten der Batterie durchzufahren.

Auf dem Campingplagtz wurden wir schon von einer Gruppe mit Hallo begrüsst. wir bauten unser Camp auf. Nach dem Abendessen, einem feinen Couscous, machten wir es uns um ein Lalgerfeuer gemütlich und erzählten uns die Erlebnisse von der ersten Etappe.

Am nächsten Tag besuchten wir ein Sandrosenfeld, anschliessend ging's zu einem Saharafestival mit Kamelrennen. Leider konnten wir an diesem Tag nicht mitfahren, hatten wir doch im Camp einen Land Rover stehen sehen, worauf wir hofften, der Besitzer würde uns einen Alternator verkaufen. Der Besitzer war niemand anderes als der Campingplatzwart, der uns nach langer Überredungskunst und Allahs Eingebung das gewünschte Teil verkaufte.
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